Girlstalk at the Moria Grace Trust Orphanage, Windhoek

*scroll down to read the english version*

DEUTSCH

Es ist der 11. August – bewaffnet mit Muffins und Kuchen machen Michelle (eine Seelenverwandte, die ich lustigerweise am anderen Ende der Welt treffen durfte) und ich uns auf den Weg ins „Moria Grace Trust“. Derzeit sind rund siebzig Kinder im Alter von 1-16 in dem Kinderheim, welches in einer der unsichersten Gegenden Windhoeks gelegen ist, Zuhause.

Gekommen sind wir jedoch am besagten Tag für jene achtzehn Mädchen, die ihr zehntes Lebensjahr bereits erfüllt haben. Auf Wunsch hin von Norris, die sowohl eine Betreuerin sowie Freundin für die Kinder ist, habe ich mich ein bisschen schlau gemacht, um die Mädchen umfangreich über HIV informieren zu können. Die Kinder würden in der Schule zwar aufgeklärt werden, laut Norris – welche selbst im „Moria Grace Trust“ aufgewachsen ist – jedoch nicht detailliert genug.

Letztendlich wird aus dem geplanten Vortrag vielmehr ein Gespräch unter (jungen) Frauen. Zu Beginn sind die Mädchen sehr zurückhaltend, nach und nach scheint das Eis jedoch zu brechen und sie fangen an Fragen zu stellen. Wir reden über Hygiene, sexuelle Übergriffe und Namibias wohl größtem sozialen Problem: AIDS. Während dem Beantworten von Fragen wie „Kann ich infiziert werden, wenn ich mit Zunge küsse?“ fange ich an zu verstehen, wieso die HIV-positiven Rate unglaubliche 13.3%* beträgt und auch nicht kleiner wird.

Der Fakt, dass man mindestens drei Liter infizierten Speichel trinken müsste um sich anzustecken, konnte den Mädchen ihre Angst vorm Küssen dann doch nehmen.

Gesprächsthema Nummer 1 war neben HIV die Monatsblutung, vor allem die Allererste. Die Mädchen haben uns erzählt wie sie diesen besonderen Tag erlebt haben und auch wenn die Geschichten nicht unterschiedlicher hätten sein können, das eine hatten sie jedoch alle gemeinsam: Angst.

Angst davor erwachsen zu werden, sich verantwortungsvoll zu benehmen, vom einen Tag auf den anderen nicht mehr die Alte zu sein, andere anzuekeln. Manche der Mädchen haben sogar aufgehört während dieser Zeit im Monat mit Jungs zu spielen weil ihnen erzählt wurde, dass die Blutung ansonsten eifersüchtig und somit stärker wird. Natürlich haben wir versucht solche Gerüchte aus dem Weg zu räumen und ihnen nahe zu bringen, was ich jedem Mädchen  sagen würde wenn ich nur könnte:

Ohne Monatsblutungen gäbe es uns Menschen gar nicht, denn wir sind pure Quellen des Lebens – und das ist mit Sicherheit nichts wofür man sich schämen müsste.

Ich hoffe die Message ist bei den Mädels angekommen und sie konnten etwas aus unserem Gespräch mitnehmen. Eins ist jedoch sicher: es hat ihnen und auch uns gut getan bei Kuchen über all das, was sonst tabuisiert wird zu reden und zu lachen. Ach ja, und unsere Tanzeinlage am Ende war auch nicht schlecht. 😀

 

ENGLISH

On the 11th of August Michelle (one of the beautiful souls I met in Namibia) and I went to the „Moria Grace Trust“ orphanage. Located in one of Windhoeks most dangerous areas, the orphanage is home to about 70 children from the age of 1-16.

Besides some very good looking (and even better tasting) pastry I prepared a little girlstalk about hygiene, gender based violence, periods and -since it’s Namibas death cause number 1 *- HIV. According to Norris, a young lady which is both a carer and a friend to the orphans, bio teachers do discuss such topics with their students BUT not detailled enough.

Even though the girls were very shy in the beginning I feel like the icebreaking-game we played furfilled it’s duty because they slowley opened up. They started telling us about their crushes, they asked questions such as „Can I get infected with HIV because of frenchkissing?“… Now I finally understand why Namibias rate of HIV positives is 13.3 %* and why it’s not getting less – a lack of education.

Besides AIDS, the topic we spoke about the longest defenitley is menstruation. The girls told us how they experienced their very first period and even though the stories couldn’t be more different from each other, they all had one in common: fear.

The fear of growing up, becoming a woman, acting responsible, disgusting others.

Some of the girls even avoided playing with boys while being on their period because people say having them around will make the period jelous and therefor it will bleed stronger. was sonst tabuisiert wirdOf course we tried to clearify such rumors and make them understand that without periods there wouldn’t be human life, that there’s no reason to be ashamed for being the source of life.

However, I’m sure about at least one thing: talking about taboos and making fun out of them was defenitley a good experience not only for the Girls but for Michelle and me, too. Well, and our little dance session in the end wasn’t bad either.

 

 *Sources:

HIV RATE NAMIBIA

Namibias Top 10 death causes

 

Links you might find interesting:

A real man

Nepals Menstrual Exiles

The lady which ran the London Marathon without a tampon

Beauty in blood

Guys experiencing periods (they’re actually lucky they didn’t experience the cramps)

 

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